Veranstaltungsrückblick zur Regionaltagung (März 2026) von Johann Waas, Institut für Kirche und Gesellschaft, und Dr. Eva-Maria Gummelt, Evangelische Akademie im Rheinland.
Tagung zu neuen Wohnmodellen
Zwei intensive Tage mit bis zu 125 Teilnehmenden zur Frage, wie neue Wohnmodelle in ländlichen Räumen gelingen können: Die Regionaltagung im März 2026 hat gezeigt, dass es beim Wohnen auf dem Land nicht nur um Gebäude geht, sondern um Teilhabe, Begegnung, Daseinsvorsorge und Zukunftsfähigkeit von Kommunen. Im Zentrum standen Fragen nach bezahlbarem und vielfältigem Wohnraum, gemeinschaftlichen Wohnformen, Umnutzung von Bestandsgebäuden, kommunalen Handlungsspielräumen sowie Finanzierungs- und Förderstrukturen.
Verbindung von Wissenschaft und Praxis
Geprägt war die vom Institut für Kirche und Gesellschaft, dem Zentrum für ländliche Entwicklung NRW (ZeLE), der Technischen Universität Dortmund und der Evangelischen Akademie im Rheinland ausgerichtete Online-Tagung von der Verbindung von Perspektiven aus Wissenschaft, kommunaler Praxis, Wohnprojekten, Stiftungen, Netzwerken und Zivilgesellschaft: von Forschung zu Wohnbedürfnissen und Wohnungsmarktentwicklung über Praxisbeispiele aus Düren, Warenholz und Störmede bis zu Workshops zu Gemeinwohlorientierung, Projektentwicklung, kommunaler Steuerung und Unterstützungsbedarfen gemeinschaftlicher Wohnprojekte. Vertreten waren unter anderen Stimmen aus Wissenschaft, Landjugend, Seniorenvertretung, migrantischem Wohnen, aus großen Netzwerken und Stiftungen zum gemeinschaftlichen Wohnen sowie aus ganz konkreten Praxisprojekten.
Strukturelle Herausforderungen
Dabei wurde deutlich: Es braucht vor allem auch Mietobjekte und kleinere Wohneinheiten, um den Zuzug in ländliche Regionen für verschiedene Zielgruppen zu ermöglichen und attraktiv zu machen. Ebenso wichtig sind barrierefreie Wohnformen in den Dörfern und Kleinstädten um den oft unfreiwilligen Wegzug von Menschen aufgrund von Pflegebedürftigkeit zu verringern. Präsent war bei den Impulsen aus Wissenschaft und Praxis die Fülle an Engagement, Wissen und tragfähigen Ideen vor Ort. Was jedoch oft fehlt, sind passgenaue Förderinstrumente, verlässliche Beratungsstrukturen, mehr Vernetzung und eine noch stärkere politische Sichtbarkeit gemeinwohlorientierter Wohnformen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass ländliche Räume nicht defizitär gedacht werden sollten: Gerade dort liegen auch besondere Chancen — etwa in Nachbarschaft, Ehrenamt, überschaubaren Strukturen und der Möglichkeit, neue Bündnisse vor Ort zu schmieden.
Besonders gefreut hat uns die große Resonanz und die lebendige Diskussion bis zum Schluss. Wir bedanken uns bei allen Referent:innen, Mitwirkenden und Teilnehmenden für die vielen Beiträge, Praxisimpulse und weiterführenden Perspektiven.
Ansprechpartnerin
Dr. Eva-Maria Gummelt
Evangelische Akademie im Rheinland, Themenbereich „Kirche auf dem Land“
eva-maria.gummelt@ekir.de

