Pressemitteilung

Podcast-Reihe beleuchtet das Versagen der rheinischen evangelischen Kirche in der NS-Zeit

Eine vierteilige Sonderreihe von dem Podcast „Rheinische Kirchengeschichte(n)“ thematisiert den Umgang der Kirche mit der Verfolgung von Jüdinnen und Juden und fokussiert auch das bisher wenig beachtete Schicksal von Christen und Christinnen jüdischer Herkunft.

Bonn, 31.8.2026. Wie positionierte sich die rheinische evangelische Kirche während der Zeit des Nationalsozialismus? Welche Reaktionen gab es auf den Boykott jüdischer Geschäfte, die zunehmende Ausgrenzung und Entrechtung jüdischer Menschen, die Reichspogromnacht und die späteren Deportationen? Und was erlebten die Verfolgten in Städten wie beispielsweise Köln, Düsseldorf und Essen?

Diesen Fragen geht eine neue vierteilige Sonderreihe des Podcasts „Rheinische Kirchengeschichte(n)“ nach. Die soeben veröffentlichten Folgen zeichnen die Haltung der evangelischen Kirche zur Verfolgung von Jüdinnen und Juden zwischen 1933 und 1945 nach.

Neben den Deutschen Christen, die Hitler ergeben waren, gab es die Bekennende Kirche, an die vielerorts heute gern erinnert wird als die „Guten“ jener Zeit. Wie allerdings auch die Bekennende Kirche in diesen Jahren versagt hat, beleuchtet Prof. Dr. Siegfried Hermle. Er macht im Podcast deutlich, dass nur einzelne Engagierte Unterstützung für Verfolgte wagten. Der emeritierte  Kirchenhistoriker und renommierte Forscher zur christlich-jüdischen Geschichte ist Autor und Sprecher aller vier Folgen. Jede beendet er mit Fragen an die heutige Kirche.

Dr. Bettina Förster, Produzentin des Podcasts und Studienleiterin an der Evangelischen Akademie im Rheinland, erklärt: „Oft denken die Menschen, die rheinische Kirche habe in der NS-Zeit nur aus Helden bestanden, die gegen die Nationalsozialisten gekämpft haben. Doch dies ist leider nicht wahr“.

Über den Podcast „Rheinische Kirchengeschichte(n)“
Der Podcast startete 2025 und ist eine Produktion der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Kommission der Evangelischen Kirche im Rheinland für Kirchengeschichte, zu der auch Prof. Dr. Siegfried Hermle gehört.
„Die rheinische Kirchengeschichte ist in Büchern gut dokumentiert – wir möchten dieses Wissen nun auch auf anderen Wegen zugänglich machen“, sagt Prof. Dr. Thomas Martin Schneider, Vorsitzender der Kommission und tätig an der Universität Koblenz.

Die regulären Episoden des Podcasts sind jeweils etwa fünf Minuten lang. Die vier Folgen der neuen NS-Zeit-Reihe haben mit jeweils rund zehn Minuten eine Sonderlänge.

Immer legt das Podcast-Team besonderen Wert auf wissenschaftliche Qualität. „Alle Beiträge von dem Podcast sind keine spontanen Gespräche, sondern wissenschaftlich geprüfte, sorgfältig formulierte Inhalte, die von Experten und Expertinnen vorgetragen werden“, betont Schneider.

Der Podcast „Rheinische Kirchengeschichte(n)“ erzählt die Begebenheiten und Entwicklungen aus der rheinischen Kirchengeschichte verständlich, kompakt und mit Blick auf die Menschen dahinter. Die Episoden folgen dabei keiner chronologischen Reihenfolge. Zu den bisherigen Themen gehören neben Persönlichkeiten, die in der NS-Zeit wirkten, auch der Pietist Gerhard Tersteegen, die Frage, warum der Kölner Dom beinahe evangelisch geworden wäre, sowie Caspar Olevian und die Reformation in Trier im 16. Jahrhundert.

Der Podcast ist auf Spotify, Podcast.de und dem YouTube-Kanal eair-Diskurse verfügbar.

Ein sechsminütiges Video über den Podcast gibt es hier.

Kontakt: Dr. Bettina Förster, Evangelische Akademie im Rheinland: bettina.foerster@akademie.ekir.de, www.eair.info

Kirchenhistoriker Prof. Dr. Siegfried Hermle bei der Aufnahme der Podcast-Folgen.
Prof. Dr. Siegfried Hermle bei der Aufnahme der Podcast-Folgen.