Streit um Bonhoeffer

Versuche rechter Vereinnahmung

Ein Podiumsgespräch am 80. Jahrestag der Ermordung Bonhoeffers am 9. April 2025

(Bonn, 11.03.2025) Nicht nur in den USA ist ein Streit um die angemessene Deutung des Werkes von Dietrich Bonhoeffer entbrannt. Im Kontext sog. Christlicher Nationalisten findet sich in den USA schon seit einigen Jahren eine Widerstands-Rhetorik, die sich auf Dietrich Bonhoeffer beruft. Gruppen christlicher Nationalisten, die auch im Wahlkampf des gegenwärtigen US-Präsidenten Donald Trump eine wichtige Rolle spielten, nutzen die Symbole und die Sprache des christlichen Glaubens, um politische Deutungsmacht zu beanspruchen.
Mit Bonhoeffer wird eine zentrale christliche Figur des 20. Jahrhunderts auf strategisch-politische Weise in Anspruch genommen, um ein Vorbild für religiös begründeten „Widerstand“ gegen eine liberale Gesellschaft zu schaffen.

In diesem Zusammenhang ist der in Deutschland am 11. März 2025 anlaufende Film „Bonhoeffer“, im November 2024 in den USA unter dem Titel „Bonhoeffer: Pastor. Spy. Assassin“ veröffentlicht, über den deutschen Theologen, NS-Gegner und Widerstandskämpfer umstritten. Er zeichnet ein Bild Bonhoeffers, das eher dem evangelikalen oder fundamentalistischem Spektrum zuzuordnen ist. Antiintellektuelle Affekte werden darin sichtbar, die Frage nach dem Einsatz von Gewalt im Widerstand wird im Film zum zentralen Erzählstrang in Bonhoeffers Leben gemacht.

Wie kann es dazu kommen, dass ausgerechnet der Mann, den die Nationalsozialisten als Angehörigen des Widerstands ermordet haben, zu einer Identifikationsfigur für neue Rechte und religiöse Hardliner wird, indem er zum „Kämpfer gegen den tiefen Staat“ und den „Feind im Inneren“ stilisiert wird?
Wie wird dieser Vereinnahmungsversuch innerhalb neurechter Ideologie, in seiner Abhängigkeit von Dynamiken politischer Identitätsbildung, theologisch und gesellschaftlich beantwortet werden können – auch im europäischen und deutschen Diskurs?


Am 80. Jahrestag der Ermordung Dietrich Bonhoeffers am 9. April 1945
beschäftigt sich ein fachkundiges Podium mit diesen „Versuchen rechter Vereinnahmung“:

Mathias Bonhoeffer, Pfarrer und Großneffe Dietrich Bonhoeffers

Arnd Henze, Publizist und evangelischer Theologe

Philine Lewek Theologin/ Doktorarbeit im Rahmen des Graduiertenkollegs „Deutungsmacht“, Universität Rostock


Mittwoch, 9. April 2025, 19 Uhr

Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln

Anmeldung bei der Melanchthon-Akademie Köln unter:
https://www.melanchthon-akademie.de/programm/kurs/20125-streit-um-bonhoeffer-versuche-rechter-vereinnahmung

Veranstalter
Evangelische Gemeinde Köln/Kartäuserkirche
Melanchthon-Akademie Köln
Evangelische Akademie im Rheinland

 

Kontakt
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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