Aktuelle Gespräche "FREMD-VERTRAUT. Podcast zu internationaler Politik"

Studienleiter Jörgen Klußmann sprach mit Prof. Dr. Andreas Heinemann-Grüder über die Eskalation der Gewalt in Israel/Palästina. Im Oktober 2023 besuchte Jörgen Klußmann Vilnius, die Hauptstadt Litauens, in der zahlreiche Flüchtlinge aus Belarus, Russland und der Ukraine leben. Dort befragte er für die Reihe „SPEZIAL OSTEUROPA“ unterschiedliche Menschen zur aktuellen Lage.

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Die terroristischen Attentate vom 7. Oktober 2023 in Israel mit der Entführung von Geiseln haben einen neuen Krieg im „Heiligen Land“ entfacht. Studienleiter Jörgen Klußmann befragte Prof. Dr. Andreas Heinemann-Grüder, Universität Bonn und Bonn International Centre for Conflict Studies.

Der Studienleiter Jörgen Klußmann traf in Vilinus drei Experten aus drei verschiedenen Ländern: den litauischen Politikwissenschafter Lurijanas Paluditis, den ukrainisch-belarussischen Soziologen Andrey Vazianov und den russischen Journalisten Andrey Zayakin. Mit ihnen sprach er darüber, wie die russische Invasion in der Ukraine ihre Welt und sie selbst verändert hat und was sie vom Westen erwarten, um den Krieg baldmöglichst zu beenden.

Das Gespräch wurde auf Englisch geführt.

Jörgen Klußmann traf die Professorin für Politikwissenschaften Irmina Matonytė in Vilnius und sprach mit ihr über Litauens besonderes Engagement für die Ukraine im Angriffskrieg Russlands. Obwohl Litauen eines der kleinsten Mitglieder der EU ist, ist es überproportional aktiv im Kampf für Demokratie und Freiheit gegen den russischen Imperialismus. Anders als in Deutschland unterstützt die absolute Mehrheit die militärische Unterstützung der Ukraine. Damit unterscheidet sich die Sichtweise auf den Krieg und die russische Invasion grundlegend von der deutschen Diskussion.

Das Gespräch wurde auf Englisch geführt.

Als die Belarussen nach dem Wahlbetrug des Diktators Lukaschenko zwischen 2020 und 2021 auf die Straße gingen, waren das die größten Massenkundgebungen in dem Land seit Ausrufung der Republik im Jahr 1991. Doch die Revolution scheiterte, sie konnte aber nur mithilfe russischer Unterstützung niedergeschlagen werden. Oppositionelle Kräfte wurden daraufhin entweder verhaftet oder flohen ins Ausland – besonders nach Litauen. Jörgen Klußmann traf im Oktober 2023 in Vilinius zwei von ihnen – Vera Hurynovich und Dr. Andrei Lavruhin. Im Gespräch geht es um die Diktatur Lukaschenkos und wie der Krieg in der Ukraine die Lage in Belarus verschärft. Dr. Andrei Lavruhin ist Philosoph und Politikwissenschaftler und derzeit freiberuflich tätig. Vera Hurynovich arbeitet für die Konrad-Adenauer-Stiftung; sie legt Wert darauf, dass sie hier ihre Privatmeinung kundtut.

In Vilnius der Hauptstadt Litauens leben zahlreiche Flüchtlinge aus Belarus, Russland und der Ukraine. Einer von ihnen ist der russische Physiker Andrey Zayakin, der als Journalist und politischer Aktivist in Russland arbeitete und ein Weggefährte von Alexej Nawalny war. Zayakin war für die liberale Zeitung Novaya Gazeta tätig, eine der wenigen verbliebenen unabhängigen russischen Zeitungen, die nach dem Einmarsch Russland in die Ukraine den Betrieb einstellen musste. Fünf Journalisten der Novaya Gazeta bezahlten mit ihrem Leben für ihre Arbeit. Auch Zayakin wurde verhaftet, konnte das Land aber rechtzeitig verlassen und lebt seitdem in Vilnius. Studienleiter Jörgen Klußmann sprach mit ihm über die russische Desinformationspolitik und die Propaganda Putins und ihren Einfluss auch auf Deutschland.